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Lange Geschichte der Kirchenmusik in Speinshart
Die Orgel der Speinsharter Klosterkirche
 

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Geschichte der Hauptorgel

Seit jeher bildet die Musik in Klosterkirchen ein wichtiges Element, um in das Lob Gottes einzustimmen. Traditionell ist die Orgel das Instrument, welches wie kein anderes, den Lobpreis unterstreicht und begleitet. Die Existenz einer ersten Orgel in Speinshart lässt sich in einem Baubericht über das Kloster im Jahre 1606 finden. Diesem Bericht nach stand die Orgel auf dem Lettner der romanischen Klosterkirche. Möglicherweise war dies bereits ein älteres Instrument, denn 1666 ist die Neuanschaffung einer Orgel für die Speinsharter Kirche belegt.

Diese Orgel fertigte wohl Franz Michael Kannhäuser aus Falkenau in Böhmen. Ein Jahr zuvor baute er auch in der Kemnather Pfarrkirche ein neues Instrument ein. Die Speinsharter Klosterorgel wurde aus der Kasse vom Barbaraberg gezahlt. Das wieder aufblühende Wallfahrtswesen machte diese großzügige Finanzierung möglich.

Nach Fertigstellung der neuen Klosterkirche 1699 fand die Kannhäuser-Orgel ihren Platz auf der barocken Orgelempore. Möglicherweise verhinderte eine Finanznot die Anschaffung einer barocken Orgel.

Nach dem Spanischen Erbfolgekrieg setzte Abt Otto Peißner die barocke Ausstattung der Stiftskirche weiter fort. Unter anderem ließ er auch die Orgelempore vergrößern. Sein Wappen unter der Brüstung gibt von dieser Maßnahme noch Zeugnis. Das Fehlen sämtlicher Rechnungen dieser Zeit macht es aber leider unmöglich, den Erbauer der barocken Orgel, die in dieser zweiten Ausstattungsphase errichtet wurde, ausfindig zu machen. Allerdings sprechen viele Indizien für einen böhmischen Erbauer, der vielleicht aus der Elbogener Orgelbauschule stammte.

Eberhard Friedrich Heidenreich reparierte 1824 die Orgel. Diese Reparatur hinterließ eine genaue Beschreibung der Orgel: 18 Register, zwei Manuale und ein Pedal.

Einen großen Umbau der Orgel nahm Ludwig Edenhofer aus Regen 1892 vor. Er wechselte fünf Register aus und restaurierte die verbleibenden alten. Mehrere Pfeifen wurden ergänzt mit dem Ziel, die tiefen Oktaven zu erweitern – bisher waren sie als sogenannte „kurze Oktaven“ spielbar.

Guido Nenninger aus München versuchte 1963 die Orgel zu restaurieren, was ihm aber leider letztlich nicht geglückt ist. Zu viele historische Orgelpfeifen ersetzte er durch neue. Er erweiterte damals die Orgel auch auf 24 Register.


Geschichte der Chororgel

Ergänzt wurde die Hauptorgel im neu ausgestalteten barocken Kirchenraum schon sehr früh durch eine Chororgel auf der unteren südlichen Chorempore. Ein schriftlicher Hinweis findet sich 1741; damals wurde diese Orgel (die vermutlich von Johann Baptist Funtsch aus Amberg stammte) neu gerichtet.

Unter Abt Eberhard Ratzer fertigte Andreas Weiß aus Nabburg eine neue Chororgel. In den Rechnungsbüchern wird sie als „Choral-Orgel“ bezeichnet. Sie diente also der musikalischen Begleitung des Chorgesanges. Die Säkularisierung hatte zu Folge, dass die Chororgel zu dem "unnötigen Inventar" gezählt wurde und an die Pfarrei Griesbach verkauft wurde. Heute ist in Griesbach nur noch das schöne Rokoko-Gehäuse zu sehen, da das original Spiel- und Pfeifenwerk bei einer Umgestaltung 1942 entfernt wurde.


Die neue Steinmeyer-Orgel

In den 1990er Jahren begann man ernsthaft über den Bau einer neuen Orgel nachzudenken. Die schlecht klingende Nenninger-Orgel von 1963 konnte nicht mehr erhalten werden, so dass man sich bald einig war, ein völlig neues technisches Orgelwerk einzubauen. Einige Register aus der Barockzeit konnten erhalten, bzw. wieder restauriert werden. Das Instrument aus der Orgelbauwerkstatt Steinmeyer in Oettingen hat nun 26 Register mit zwei Manualwerken und ein Pedalwerk. Die Orgel ist nach dem Ideal des italienischen Musikwissenschaftler Valloti gestimmt und bildet so mit dem italienisch geprägten Kirchenraum eine kunstvolle Einheit.


 

 
Baugeschichte

Innenraum

Steinmeyer-Orgel

Kirchenführungen
 
 

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