Zum 40. Todestag von Prälat Gereon Rudolf Motyka
Speinshart (pas). Im Kloster, im Klosterdorf und in der ganzen Region war er als „der Prälat“ bekannt: Gereon Rudolf Motyka. Von 1945 bis zu seinem Tod am 2. Juni 1969 war er regierender Prior der Abtei Speinshart. Seine Tätigkeiten beschränkten sich aber nicht nur auf das Kloster sondern in der gesamten Region galt er als Prälat von Speinshart als eine feste Institution.
Geboren wurde Motyka am 18. November 1892 in Gries (Tirol). Seine Familie zog später nach Böhmen. Dort ist er dann 1911 im Stift Tepl eingekleidet worden und bekam den Ordensnamen Gereon.
Bereits 1923 kam er von Tepl aus nach Speinshart um die Seelsorge in Oberbibrach zu übernehmen. Zunächst aber, so ist in der Klosterchronik zu lesen, machte sich der 31-jährige große Verdienst durch das Abstauben der Klosterkirche. Die Schönheit des Kirchenraums war ihm immer ein wichtiges Anliegen. In den 50er Jahren fand unter seiner Leitung eine umfangreiche Sanierung des Innenraumes der Klosterkirche statt.
P. Hermann Wolf (Neffe von Prälat Motyka) P. Wolfgang Bangert und P. Emmanuel Breunig erinnern sich gern an ihren Prälaten: „Für uns war er immer der Herr Prälat!“ Völlig überraschend kam für den Konvent damals am 2. Juni 1969 die Todesnachricht. „Er war zum Einkaufen in Bayreuth und ist dort auf der Straße zusammengebrochen“ so P. Hermann Wolf.
Die Todesnachricht berührte nicht nur den Konvent. Motyka war Pfarradministrator in Speinshart, Gemeinderat, Mitglied des Kreistages und zeitweise Stellvertretender Landrat. Die gesamte Region trauerte um Prälat Motyka.
Vor
allem in den Jahren nach dem II. Weltkrieg erwies
sich Gereon Motyka als ein Mann der Tat. Er setzte
sich für die Bedürftigen in Speinshart und im Umland
ein. In Speinshart und Tremmersdorf unterstützte er
die Gründung eines Wasser- und Bodenverbandes und
leitete die Urbarmachung neuen Ackerlandes ein. Bei
der Gründung der Kartoffelbrennerei in Tremmersdorf
leistete er ebenfalls maßgebliche Unterstützung. Für
die Speinsharter Siedlung stellte er Klostergrund
bereit, so war es eine Ehrensache das die Siedlung
seinen Namen Trägt: Gereo- Motyka-Siedlung.
Für sein segensreiches Wirken wurde Prälat Gereon
Motyka von den Gemeinden Speinshart, Vorbach,
Tremmersdorf und Oberbibrach zum Ehrenbürger
ernannt. 1963 erhielt er das Bundesverdienstkreuz
erster Klasse.

